Titelbild: „Solo Rosa“ von Sif Lina Lambæk, © Super16

 

Flensburg, 15. Oktober 2026 – Christoph Hochhäusler, Joshua Oppenheimer, Vika Kirchenbauer, Susann Maria Hempel, Pola Rader, Sif Lina Lambæk: Der Wettbewerb der Flensburger Kurzfilmtage 2026 verbindet etabliertes Autorenkino mit ausdrucksstarken Nachwuchstalenten.

Der diesjährige Wettbewerb setzt sich aus 32 Kurzfilmen deutsch- und dänischsprachiger Produktionsländer in sechs Programmen zusammen. Die Kurzfilme reisen in Fotografien durch die Zeit, in Holzschnitt-Animationen fordern sie Solidarität heraus, prüfen die Liebe mit wackelnder Handkamera, nähern sich dem Vater ein letztes Mal. Alle vereint die Dringlichkeit etwas zu erzählen, was jetzt erzählt werden muss, und nicht morgen. Wir reisen nach St. Peter-Ording, Sjælland und Merseburg, schlafen in Dakar ein und erwachen in Ecuador. Ob vor Gericht, unter der Bettdecke oder vor dem Eiffelturm: Unsere Figuren laufen, tanzen, müssen los – etwas kommt in Bewegung.

Die Kurzfilme sind Spiegel von Sinnlichkeit, gehen zurück an den Anfang, dort wo das FRUCHTWASSER fließt, durchlaufen die Zyklen des Lebens. In getuschten Bewegungen wird die Animation SENSUAL von Tanja Nuijten zu einer körperlich nahbaren Reise aller Sinne, getreu unserem diesjährigen Festivalmotto »Mit Haut und Haar«. Dort, wo Leben beginnt, bleibt es doch immer auch vergänglich: Joshua Oppenheimer, zuvor zweifach oscarnominiert, spürt diesen Gegensatz auf und trifft in THE REVOLUTION AGAINST DEATH Menschen, die den Tod mit allen Mitteln aufhalten möchten. Susann Maria Hempel nutzt KI als Klebstoff einer brüchigen Schaffenskrise. Mit ihrem feinsinnigen HOPE ROAD wird zwischen Karton-Kulissen und floralen Mustern eine neue kreative Kraft auf die Leinwand geworfen. Das FIGURENSPIEL entsteht aus Holz, Porzellan oder Glas: Figuren bringen Glück, werden geraubt oder entpuppen sich als Menschen. Der in Schleswig-Holstein lebende Filmemacher Jobst von Berg entdeckt in GEVATTER, der Weltpremiere in Flensburg feiert, in einem verfallenen Haus nicht nur eine besondere Marionette, sondern auch Spuren der von ihr durchlebten Geschichte. Pola Rader verwebt die Starre eines Landes mit einem ULTRAVIOLET DAMAGE, indem sie mit neuer Technologie Heimweh vor dem Fernsehbildschirm verformt.

Bereits in früheren Ausgaben der Kurzfilmtage vertreten, kehren zum Jubiläum Vika Kirchenbauer und Jan Soldat mit neuen Kurzfilmen nach Flensburg zurück. Im Programm AMBIVALENZDESASTER werden die zwei Seiten einer Medaille untersucht: zwischen anerzogener Scham und Ausbruch in die Freiheit. Dabei schaut THIS SUFFOCATING NOW auf aktuelle Bruchlinien der Gesellschaft, ZWANGSOUTING geht unter die Haut, weil er zur Sprache bringt, wo sonst nur im Verborgenen Lust ausgelebt wird. Die Filme suchen sich TRAUMFÄNGER, schöpfen aus grenzenloser Vorstellungskraft und verarbeiten Erfahrungen. FASANE von Adrian Sagolla und Marius Schwingel, der uraufgeführt wird, erzählt von einer Hochhaussiedlung und gibt denen eine Stimme, die in ihr das Träumen verlernt haben. Auf die Suche nach KÖRPERSPRACHE begeben sich Ashe Schaub und Raine Duscha, zwei Studierende der Hochschule Flensburg. GRENZEN MEINER HAUT zeigt leuchtende Fotografie-Schablonen, die zu Übersetzungen von Identitätsfragen werden. Mit der amüsanten Geschichte von Rosa, die widerständig durch das Kopenhagener Nachtleben driftet und einen Halt in Freundschaften findet, ist Sif Lina Lambæk mit SOLO ROSA zum ersten Mal bei den Flensburger Kurzfilmtagen vertreten.

Christoph Hochhäusler kehrt mit DAS PARADIES VERTREIBT UNS zum Format des Kurzfilms zurück und schenkt uns einen Flohmarktfund aus Fotografien. Die Geschichte einer Liebe wird von Henriette Confurius und Jakob Diehl in der Rolle des Schauspiel-Paares gedreht, gewendet und danach befragt, welche Bilder wir hinterlassen. Ein Klavierspiel eröffnet einen Raum für die Abzweigungen und Brüche, die unsere Leben in Bewegung bringen. So ist das Programm SONNENWENDE der Richtungswechsel, Momente zwischen den Zuständen, wenn die Haut in die Kühle der Schatten eines letzten Sommertages getaucht wird – wie am Nordseestrand in Nicolaas Schmidts bildgewaltigem SEPTEMBER AFTERNOON.

Die Kurzfilmprogramme regen Lebensfreude und Freiheit an. Die Kraft des Kinos wird zu einem Moment, in dem wir einen Weg finden können, um uns gegenseitig mit Empathie zu begegnen.

 

Alle Filme des diesjährigen Wettbewerbs auf einen Blick

Wettbewerbsprogramm: Fruchtwasser

AMANHÃ NÃO DÃO CHUVA | IT SHOULDN’T RAIN TOMORROW
Regie: Maria Trigo Teixeira | DE | 2024

THE REVOLUTION AGAINST DEATH
Regie: Joshua Oppenheimer | US/DK/SE | 2026 | Deutschlandpremiere

DËMM
Regie: Aïda Captijn | CH/SN | 2026 | Deutschlandpremiere

REBENTO
Regie: Alice Dalgalarrondo | DE | 2026 | Weltpremiere

HOPE ROAD
Regie: Susann Maria Hempel | DE | 2025

SENSUAL
Regie: Tanja Nuijten | DE/CH | 2026

"Sensual" von Tanja Nuijten, © Filmakademie Baden-Württemberg

„Sensual“ von Tanja Nuijten, © Filmakademie Baden-Württemberg

 

Wettbewerbsprogramm: Figurenspiel

DER ZUCKERTURM
Regie: Hedda Bednarszky | DE | 2026 | Deutschlandpremiere

GEVATTER
Regie: Jobst von Berg | DE | 2026 | Weltpremiere

A PROVENANCE
Regie: Katharina Bayer | AT/DE | 2025

ULTRAVIOLET DAMAGE
Regie: Pola Rader | DE | 2026

AUF DER RÜCKSEITE DER LANDSCHAFT
Regie: Philipp Hartmann | DE | 2026

Wettbewerbsprogramm: Ambivalenzdesaster

DER BADEANZUG
Regie: Amina Krami | DE/AT | 2025

SONNENUNTERGANG IN PARIS, 25. AUGUST, 20:48
Regie: Ruben Sommerfeld | DE | 2024

ZWANGSOUTING
Regie: Jan Soldat | DE | 2025

THIS SUFFOCATING NOW
Regie: Vika Kirchenbauer | DE | 2026

ET INDSLAG FRA KYSTEN | REPORT FROM THE COAST
Regie: Mikkel Bjørn Kehlert | DK | 2026 | Deutschlandpremiere

Wettbewerbsprogramm: Traumfänger

AN DER SAALE HELLEM STRANDE
Regie: Dirk Hornschuch und Karl-Friedrich König | DE | 2024

FASANE
Regie: Adrian Sagolla und Marius Schwingel | DE | 2026 | Weltpremiere

MORGENKREIS
Regie: Basma Al-Sharif | DE/CA/AE | 2025

GROWING STONES, FLYING PAPERS
Regie: Roozbeh Gezerseh und Soraya Shamsi | DE | 2026

SPÄTERNTE
Regie: Katharina Huber | DE | 2025

Wettbewerbsprogramm: Körpersprache

EIN ARM IST EIN ARM IST EIN ARM
Regie: Bastian Gascho | DE | 2026

SOLO ROSA
Regie: Sif Lina Lambæk | DK | 2025 | Deutschlandpremiere

SUPPENBLAU
Regie: André Correia | DE | 2025

GRENZEN MEINER HAUT
Regie: Ashe Schaub und Raine Duscha | DE | 2026

FROM ECUADOR WITH LOVE
Regie: Jonathan Brunner | EC/DE | 2025

DU SAGST, DASS DU AUF DER PARTY BLEIBST, WEIL ES DIR SPAß MACHT
Regie: Siri Hammarén | DE/DK/SE | 2026

Wettbewerbsprogramm: Sonnenwende

DAS PARADIES VERTREIBT UNS
Regie: Christoph Hochhäusler | DE | 2026 | Festivalpremiere

I COULDN’T SLEEP, I’M GOING HOME
Regie: Elit İşcan | DE/TR | 2026 | Deutschlandpremiere

SEPTEMBER AFTERNOON
Regie: Nicolaas Schmidt | DE | 2026 | Weltpremiere

WARNUNGEN AN DIE FERNE ZUKUNFT
Regie: Juliane Jaschnow und Stefanie Schroeder | DE | 2025

7 SUMMERS
Regie: Aslak Aamot Helm, Bjarke Hvass Kure, Emil Rønn Andersen und Amitai Romm | DK | 2025 | Deutsche Festivalpremiere

"Das Paradies vertreibt uns" von Christoph Hochhäusler, © realistfilm

„Das Paradies vertreibt uns“ von Christoph Hochhäusler, © realistfilm

 

Das komplette Programm der Flensburger Kurzfilmtage 2026 ist unter flensburger-kurzfilmtage.de veröffentlicht, der Vorverkauf beginnt über rausgegangen.de. Ab November können Tickets direkt im Festivalbüro, dem Modul1 in der Roten Straße 17 in Flensburg, erworben werden.

 

(Nach einer Pressemitteilung der Flensburger Kurzfilmtage)

Pressekontakt: Nicola Techel, presse@filmkorte.de

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