Mit einer gemeinsamen Erklärung vom 4. November 2026 fordern 30 Verbände und Organisationen der deutschen Filmwirtschaft die Bundesregierung und den Bundestag auf, das geplante Medieninvestitionsgesetz (MedienInvestVG) zügig zu verabschieden. Das Gesetz soll insbesondere Streamingdienste und andere Anbieter audiovisueller Inhalte verpflichten, einen Teil ihrer in Deutschland erzielten Umsätze in europäische beziehungsweise deutsche Film- und Serienproduktionen zu investieren. Die unterzeichnenden Organisationen sehen darin ein wichtiges Instrument zur Stärkung des Produktionsstandorts Deutschland und zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Filmwirtschaft. Zugleich warnen sie vor weiteren Abschwächungen des Anfang 2026 gefundenen politischen Kompromisses, insbesondere bei den Regelungen zum Rechterückbehalt und zu möglichen Branchenvereinbarungen. Das Gesetz soll nach den bisherigen Planungen am 1. Januar 2027 in Kraft treten.

Es folgt die gemeinsame Erklärung Verbände und Organisationen der deutschen Filmwirtschaft an die Bundesregierung:

Investitionsboost statt Reformstau: Deutschland diskutiert wirtschaftspolitische Reformen zu häufig so lange, bis ihr Gestaltungsanspruch verloren gegangen ist. Gesucht wird eine Lösung, die es allen recht macht. Die Investitionsverpflichtung ist dafür ein besonders deutliches Beispiel: Nach fünf Jahren Diskussion verständigte sich die Bundesregierung Anfang 2026 auf einen Kompromiss. Von Seiten der deutschen Filmindustrie wurde dieser politische Durchbruch unterstützt, trotz erheblicher Zugeständnisse und Abstriche. Die grundsätzliche Ablehnung durch internationale Streamingdienste besteht dennoch unbeirrt fort – natürlich, denn sie wollen ihre hier generierten Umsätze weiter unvermindert aus Deutschland abziehen. Regierung und Abgeordnete haben für den mit ihrer Hilfe gefundenen Kompromiss ihr Wort gegeben. Wir erwarten, dass sie dazu stehen und jetzt für Verlässlichkeit sorgen.

Deutsche Unternehmen brauchen eine verlässliche Politik – Verabschiedung jetzt!

Die deutsche Filmwirtschaft stärken: Der Mittelstand unserer Filmwirtschaft und mehr als 150.000 Beschäftigte setzen auf eine politische Entscheidung für faire Marktbedingungen und einen wettbewerbsfähigen Produktionsstandort. Es geht um deutsche Unternehmen, um Arbeitsplätze und um die Zukunft unserer heimischen Wirtschaft.

Investitionen nach Deutschland holen: Deutschland muss im internationalen Wettbewerb aufholen. Einen anhaltenden Reformstau können wir uns auch in diesem Bereich der Wirtschaft nicht leisten. Ein weiterer Aufschub und eine weitere Abschwächung des Gesetzes benachteiligen unsere Unternehmen und verzögern notwendige Investitionen.

Für mehr Wachstum, mehr Wettbewerb und die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer heimischen Wirtschaft – Verabschiedung jetzt!

Branchenvereinbarungen sind eine echte Marktlösung: Erklärtes Ziel ist es, dass sich die Branche auf Grundlage des Gesetzes auf Investitionsregeln verständigt. Diese Öffnungsklausel bietet die Chance auf Verhandlungen auf Augenhöhe und ist bereits ein wesentlicher Bestandteil des politischen Kompromisses.

Augenhöhe braucht starken gesetzlichen Rahmen: Wird die gesetzliche Regelung durch weitere Ausnahmen und Abschwächungen jetzt weiter entwertet, sinkt für die Auftraggeber überhaupt der Anreiz, eine Branchenvereinbarung abzuschließen. Damit wird das politisch angestrebte Verhandlungsmodell geschwächt und der Innovationswettbewerb gebremst. Für gelungene Branchenvereinbarungen sind robuste gesetzliche Regeln essenziell.

Für eine starke gesetzliche Grundlage und eine echte Marktlösung – Verabschiedung jetzt!

Aufbruchsignal für den filmwirtschaftlichen Mittelstand statt Ausverkauf der Branche: Die Wertschöpfung unserer Branche liegt in den Rechten an den geschaffenen Werken. Rechterückfall und -rückbehalt machen unsere Unternehmen stark. Wird diese Regelung ausgehöhlt, droht der Ausverkauf.

Es bleiben nur wenige Tage, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass das MedienInvestVG wie geplant am 1. Januar 2027 in Kraft treten kann. Der Kompromiss liegt auf dem Tisch. Die Zusagen wurden gegeben. Jetzt müssen Regierung und Abgeordnete Wort halten.

Es braucht den Mut, die Investitionsverpflichtung endlich umzusetzen, deutsche Produktionsunternehmen mit dem Rechterückbehalt zu stärken und weitere Aushöhlungen abzuwehren. Für deutsche Unternehmen und Kreative, für Beschäftigung am Produktionsstandort Deutschland und für eine starke heimische Wirtschaft – Verabschiedung jetzt!

 

Berlin, 4. November 2026

Unterzeichnende Verbände und Organisationen

  • AG Animationsfilm e. V.
  • AG DOK – Berufsverband Dokumentarfilm e. V.
  • AG Filmfestival e. V.
  • AG Verleih – Die unabhängigen Filmverleihe e. V.
  • Assistant Directors Union e. V.
  • Berufsverband Kinematografie e. V. (BVK)
  • Bundesverband Filmschnitt Editor e. V. (BFS)
  • Berufsverband Green Consultants Film & TV Dach e.V.
  • Bundesvereinigung Maskenbild e.V.
  • Bundesverband Regie e. V. (BVR)
  • Bundesverband Schauspiel e. V. (BFFS)
  • Cast Me In e.V.
  • Deutsche Akademie für Fernsehen e. V. (DAfF)
  • Deutscher Drehbuchverband (DDV)
  • Deutsche Filmakademie e. V.
  • fairTV e.V.
  • Filmverband Südwest e. V.
  • Förderverein Deutscher Kinderfilm e.V.
  • German Stunt Association – Bundesverband deutscher Stuntleute e. V.
  • Hörfilm e.V. – Vereinigung deutschsprachiger Filmbeschreiber*innen
  • Initiative Fair Film
  • Interessenverband Deutsches Schauspiel e. V. (IDS)
  • Produktionsallianz – Allianz Deutscher Produzentinnen und Produzenten – Film, Fernsehen und Audiovisuelle Medien e. V.
  • PROG Producers of Germany e. V.
  • Queer Media Society
  • QMS Awards e.V.
  • Verband der Agenturen für Film, Fernsehen und Theater e.V. (VdA)
  • ver.di FilmUnion
  • Verband der Requisite und Set Decoration e. V. (VdR/SD)
  • Verband Technischer Betriebe für Film und Fernsehen e. V. (VTFF)

 

MedienInvestVG_Verbaende_Logos

 

(Nach einer gemeinsamen Erklärung der Verbände; Titelbild mit KI (ChatGPT) erstellt)

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