Ein Rückblick aus der Erinnerung des „Chefredakteurs“
Ein Vierteljahrhundert, das ist für eine Website eine fast schon „Dinosaurierzeit“, da erinnert man sich nicht mehr an alles, aber manches. Ich, Jörg Meyer, „Chefredakteur“, blicke zurück auf 25 Jahre der Website infomedia-sh.de, später infomedia-sh.org, heute infomedia.sh.
August 2001: Von Bernd-Günther Nahm, Geschäftsführer der Kulturellen Filmförderung SH e.V. – KFFSH (heute: Filmkultur SH e.V. – FKSH) erhielt ich (freier Journalist, meist für das Kulturressort der „KIeler Nachrichten“, sowie als Mediengestalter tätig) den Auftrag, für die KFFSH eine Website zu gestalten. Sie sollte den „Filmbrief“, das seit Gründung der KFFSH 1989 im Print quartalsweise verbreitete Mitgliedermagazin, ins Netz bringen. Damals gab’s noch keine Content Management Systeme, geschweige Social Media. Also programmierte ich in klassischem, statischen HTML, damals „state of the art“. So entstand die Website infomedia-sh.de (den Namen erfand das damalige Vorstandsmitglied Dr. Christoph Corves), die am 15. Oktober 2001 erstmals online ging: https://www.infomedia-sh.org/index.php?page=nl_0110_index. Von Anfang an war mit im Zwei-Personen-Redaktionsboot der Kieler Filmemacher und Filmjournalist Helmut Schulzeck, der zuvor den „Filmbrief“ betreut hatte. 2004 wurde mit Daniel Krönke das Redaktionsteam vom Duo zum Trio. Seit 2025 traten weitere Redakteur*innen dem Redaktionskollektiv bei, heute sind wir zu sechst. Und immer wieder steuerten auch Gast-Autor*innen Beiträge bei – genau so war infomedia von Anfang an gedacht: ein Medium, das die Filmemacher*innen in SH einschließt, indem es von und für sie ist.
infomedia begriff (und begreift nachwievor) sich als Medium zur Vernetzung der schleswig-holsteinischen Film- und Medienszene sowie ehedem im Service-Teil (Listen von Film- und Medieninstitutionen, Förderungsinstitutionen, Festival-Kalender …). Überdies entwickelte infomedia sich schnell als Plattform für Filmkritiken zu hiesigen Produktionen und Berichten von Festivals wie der „Augenweide“ (heute Filmfest SH).
Die Finanzierung des Projekts infomedia teilten sich zu Beginn die KFFSH und die Medienstiftung SH (MSH) aus Mitteln u.a. der Unabhängigen Landesrundfunkanstalt (ULR). 2007 fusionierten die KFF und die Hamburger Filmförderung zur Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein GmbH (heute MOIN Filmförderung GmbH). Die MSH wurde zur Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein (MA HSH), die Förderung von infomedia durch die MA HSH entfiel, wurde aber von der FKSH fortgeführt.
Die Fusion von KFFSH und Hamburger Filmförderung sahen Kommentare 2007 (und z.T. auch nachwievor) auf infomedia oft kritisch. Begründung: Die Filmszene SH wird vom Top-Medienstandort Hamburg dominiert und zugleich marginalisiert. Diese kritische Berichterstattung wurde öfter von den Kritisierten kritisiert und bestärkte infomedia darin, weiter als unabhängiges Medium und „Sprachrohr“ der schleswig-holsteinischen Filmcommunity zu fungieren.
Das Netz, seine Formate und Erscheinungsbilder entwickelten sich rasch … 2009 war es an der Zeit, die Website infomedia-sh.de zu modernisieren. Der Web-Designer Klaas Kielmann entwickelte ein Content Management System (infomedia-sh.org). Die Umstellung und Import des alten Archivs von Artikeln war mühsam, aber doch hilfreich. Es zeigte sich jedoch, wie schwierig es ist, alte Datenbanken auf neuen Standard zu bringen. So auch 2019, als die Website auf eine WordPress-basiertes Content Manegement System umgestellt wurde – mit dem Makel, dass viele „alte“ Links nicht korrekt „übersetzt“ wurden.
Diese Probleme sollen durch einen umfangreichen Relaunch mit Zusammenführung der Archive von infomedia-sh.org und infomedia.sh behoben werden. Was infomedia schon jetzt ist, nämlich ein filmhistorisches Dokument des Film- und Medienschaffens aus den nördlichen Bundesländern (und weit darüber hinaus), wird sich weiterentwickeln.
25 Jahre infomedia: ein Versprechen auf die Zukunft und deren Erinnerung. (jm)