In der gegenwärtigen Tarifrunde fordert ver.di eine deutliche Anhebung der Niedriglöhne bei CinemaxX – kein Lohn unter 15,80 Euro. Bei den Tarifverhandlungen mit den Sendern der ARD setzt ver.di die Verhandlungen und den Arbeitskampf entschlossen fort. Die Forderung hier: 7% (aber mindestens 300 €) Erhöhung von Honoraren und Gehalt.
Mit der zentralen Forderung „Kein Lohn unter 15,80 Euro“ ist die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in die Tarifverhandlungen mit dem Kinokonzern CinemaxX gestartet. Ziel sei es, für die rund 1.200 Beschäftigten sozial gerechte und existenzsichernde Einkommen durchzusetzen. In der ersten Verhandlungsrunde am 28. Mai 2026, forderte ver.di Tariflöhne oberhalb des gesetzlichen Mindestlohns und orientiert an der europäischen Mindestlohnrichtlinie.
„Die Kinobranche blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Auch 2026 ist mit Filmen wie „Michael“ und „Der Teufel trägt Prada 2“ hervorragend gestartet und verspricht ein starkes Kinojahr zu werden. Die Entwicklung bei CinemaxX ist positiv, es wird in Technik und Ausstattung investiert – gleichzeitig wird jedoch bei den Personalkosten gespart. Es gibt keinen sachlichen Grund, die Beschäftigten nicht angemessen an der positiven Geschäftsentwicklung zu beteiligen“, erklärte der ver.di-Verhandlungsführer Andreas Michelbrink.
Das bisherige Angebot der CinemaxX-Geschäftsführung bezeichnete er als enttäuschend. Für die meisten Beschäftigten sei im Jahr 2026 keine Lohnerhöhung vorgesehen – es bleibe lediglich beim gesetzlichen Mindestlohn. Auch für 2027 plane das Unternehmen nach aktuellem Stand keine darüber hinausgehenden Entgelterhöhungen. Gleichzeitig strebe CinemaxX eine weitere Verdichtung der Arbeit im Servicebereich an. Michelbrink: „Das ist kein akzeptables Angebot. Gerade langjährig Beschäftigten wird damit jede Wertschätzung verweigert. Wer dauerhaft nur zum Mindestlohn arbeitet, wird später von Altersarmut bedroht.“
Die nächste Verhandlungsrunde zwischen ver.di und CinemaxX findet am 30. Juni 2026 in Hamburg statt.
Tarifrunde im ÖRR
Auch bei den Sendern der ARD setzt ver.di die Tarifverhandlungen fort und hält an Forderungen von 7% Honorar- und Gehaltserhöhungen, mindestens aber 300 Euro monatlich mehr, entschlossen fest. Dies gelte ausdrücklich auch für den Westdeutschen Rundfunk (WDR), erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz-Dethlefsen, zuständig für Medien, am 27. Mai 2026, nachdem der WDR bekannt gegeben hatte, mit der „Vereinigung der Rundfunk-, Film- und Fernsehschaffenden“ (VRFF) eine Tarifeinigung erzielt zu haben – erstmals ohne Beteiligung der Mehrheitsgewerkschaft ver.di im WDR und auch ohne den Deutschen Journalisten-Verband (DJV).
Es sei ein durchsichtiges Störmanöver der Senderleitung, erklärte der Gewerkschafter, wenn der WDR mit einer Organisation, deren Tarifmächtigkeit fragwürdig sei, vermeintliche Vorentscheidungen für die weiteren Verhandlungen treffen wolle. „Der WDR setzt aufs falsche Pferd und erreicht keine Ergebnisse, solange er nicht mit ver.di als maßgeblicher und mitgliederstärkster Gewerkschaft im Rundfunk eine Einigung erzielt“, sagte Schmitz-Dethlefsen.
Für Beschäftigte im WDR und in anderen ARD-Sendern seien die Tarifergebnisse zudem wenig attraktiv, lägen sie doch klar unterhalb der von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) bereits anerkannten Personalkostensteigerung und auch unter den jüngsten Tarifabschlüssen im Öffentlichen Dienst. „Wir bleiben verhandlungs- und einigungsbereit“, betonte ver.di-Vorstandsmitglied Schmitz-Dethlefsen. „Dem WDR und den anderen ARD-Sendern muss aber klar sein, dass es für eine Einigung mit uns bessere Angebote bei kürzeren Laufzeiten als 35 Monaten braucht.“ Der WDR hatte am 26. Mai 2026 mitgeteilt, er strebe einen Abschluss für alle Beschäftigten auf dem Niveau seiner Einigung mit der VRFF an. „Das reicht bei Weitem nicht aus“, sagte Schmitz-Dethlefsen. „Eine solche Einigung wird es mit uns definitiv nicht geben.“
Weiterer Streitpunkt in den Verhandlungen mit dem WDR ist die Weigerung der Senderleitung, Regeln für Personalversetzungen innerhalb der ARD gemeinsam mit anderen Sendern zu verhandeln. Auch dazu habe die Einigung des WDR mit der VRFF keinerlei Lösung gebracht. Schmitz-Dethlefsen: „Die Zentralisierung von Aufgaben in der ARD kann nur gemeinsam für alle Sender verhandelt werden, denn alle sind davon betroffen – der WDR blockiert hier wider jede Vernunft.“ Für die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft spiele der wirksame Schutz der Beschäftigten vor Einkommensverlusten und vor der Degradierung zu einer Verschiebemasse für willkürliche Unternehmensentscheidungen eine entscheidende Rolle. „Wir vertreten die Interessen von Rundfunkbeschäftigten mit aller Entschlossenheit“, sagte Schmitz-Dethlefsen und betonte, dass ver.di vor den weiteren Verhandlungsterminen in den nächsten Wochen Streiks nicht ausschließe: „Auch nicht im WDR.“
Die nächsten Verhandlungstermine sind im NDR und im BR am 11. Juni, im SWR am 30. Juni und im WDR am 1. Juli 2026.
(nach Pressemitteilungen von ver.di)