Ein türkischstämmiger, im Iran lebender Regisseur will seinen neuesten Film im Iran zeigen. Da die Obrigkeiten dies jedoch untersagen, beschließt er, sein Werk in einer illegalen Vorführung zugänglich zu machen, und sieht sich infolgedessen mit allerlei Problemen konfrontiert. Die Reise, auf die der Film seinen Protagonisten schickt, erinnert nicht zufällig an die Heldenreise aus Dante Alighieris „Die göttliche Komödie“ – buchstäblich einmal durch die systemische Hölle und dann zu einer Art von Erlösung.

Humorvoll, liebenswert und mit sehr viel Herzblut inszeniert Ali Asgari seinen neuen Film. Die Konfrontation mit dem iranischen Staatssystem durch einen Künstler erscheint in diesen Zeiten nicht mehr neu. In den vergangenen Jahren schafften es immer wieder systemkritische Filme mit Bezug zum Iran oder dem Iran als Handlungsort auf westliche Filmfestivals oder sogar bis auf die Nominierungslisten großer internationaler Filmpreise. Beispiele hierfür wären Die Saat des heiligen Feigenbaums (R: Mohammad Rasoulof, 2024) oder „Holy Spider“ (R: Ali Abbasi, 2022). Mit ihrer düsteren Inszenierung ist es beiden Filmen gelungen, einen flächendeckenden Kinostart in Deutschland zu erhalten. „Divine Comedy“ unterscheidet sich jedoch grundlegend von den genannten Werken, da es sich bei diesem Film um eine Satire handelt, die von starken Dialogen, liebenswerten Charakteren und bissigem Humor lebt.

Mann und Frau sitzen af einem pinken Mofa und fahren durch eine Stadt.

Bei der Deutschlandpremiere von „Divine Comedy“ war Regisseur Ali Asgari in Hamburg zugegen und zeigte sich überrascht davon, einen sehr gut gefüllten Kinosaal vorzufinden. Seine Begeisterung wirkte authentisch und seine gute Laune ansteckend. Bedenkt man, dass er 2023 an gleicher Stelle bei der Vorführung zu „Irdische Verse“ wegen „Problemen“ mit der Ausreise aus dem Iran nicht anwesend sein konnte, ist es umso erfreulicher, dass er sein neuestes Werk in Hamburg präsentieren konnte. Nach dem politischen Umsturz im Iran im Jahre 1979 ist Hamburg für viele damals Geflüchtete zur neuen Heimat geworden, was der Deutschlandpremiere eine besondere Atmosphäre verlieh. Aus dem Publikum gab es viel Lob, insbesondere dafür, dass Ali Asgari einen eher fröhlichen Film über die schwierigen sozio-kulturellen Verhältnisse im Iran gemacht hat.

Divine Comedy“ ist ein großes Highlight im Programm des Filmfest Hamburg 2025 und kann uneingeschränkt empfohlen werden. Der Film ist exzellent und sollte von möglichst vielen Menschen gesehen werden, dürfte aber noch einige Zeit ein Geheimtipp bleiben, da das systemkritische iranische Kino hierzulande nicht die Wahrnehmung bekommt, die es verdient. (TH)

Filminformationen

„Divine Comedy“ (Originaltitel: „Komedie elahi“)
Regie: Ali Asgari
Drehbuch: Alireza Khatami, Bahram Ark, Bahman Ark, Ali Asgari
Besetzung/Protagonist*innen: Hossein Soleimani, Mohammad Soori, Amirreza Ranjbaran, Faezeh Rad
Produktion: Iran, Italien, Frankreich, Deutschland, Türkei 2025
Produzent*innen: Milad Khosravi, Ali Asgari
Produktionsfirma: Seven Springs Pictures, Taat Films
Länge: 96 Min.
Sichtung: Filmfest Hamburg 2025
Filmstills: © Amin Jafari

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