„To liv – Zwei Leben“ ist der Titel des Films von Georg Maas aus dem Jahr 2012. Jan Erik Holst, ehemaliger Leiter des Norwegischen Filminstituts, hat sich davon inspirieren lassen und zusammen mit namhaften Koautoren die historischen filmkulturellen Verbindungen zwischen Norwegen und Deutschland von den Anfängen bis heute untersucht. Das von ihm zweisprachig herausgegebene Buch trägt den Titel des Films und ist eine norwegisch-deutsche Koproduktion von Bokbyen Forlag AS und Achterland Verlagscompagnie (ISBN: 978-3-933377-36-4 / 31,50 €).

Filmklatsch-Spezial verbindet eine Lesung Jan Erik Holsts aus dem Buch mit einer Vorführung des Films:

  • Lesung: So, 7.5.2023, 16 Uhr, Lübeck, Hotel an der Marienkirche
  • Film: So, 7.5.2023, 17 Uhr, Lübeck, Kommunales Kino (Mengstr. 35)

Das Buch

Der Film kam aus Deutschland nach Norwegen: Im Frühjahr 1896, ein halbes Jahr nach der Premiere im Berliner Wintergarten, präsentierten die Brüder Max und Emil Skladanowsky ihr Programm mit neun kurzen Filmen in Kristiania (dem heutigen Oslo). Danach reisten Pioniere wie Carl Köpke und Paul Kräusslich mit Filmen durchs Land, eröffneten Kinos und produzierten selbst Filme, in denen sie der norwegischen Bevölkerung interessante Aspekte des eigenen Landes vor Augen führten. Norwegische Schauspielerinnen und Schauspieler nahmen den umgekehrten Weg und machten in Deutschland in der aufstrebenden Filmindustrie Karriere. Die deutsche Besatzung Norwegens im Zweiten Weltkrieg bereitete diesem künstlerischen Austausch mit Gewalt ein Ende. Heute ist Deutschland für Norwegen ein bedeutender Markt für seine Filme und ein wichtiger Partner für Koproduktionen. Diese wechselvolle Beziehung hat Jan Erik Holst in seinem Buch „To liv – Zwei Leben“ beleuchtet, aus dem er in deutscher Sprache liest, unterstützt von Bildern und Filmclips.

Der Film

„To liv – Zwei Leben“ (D/NOR 2012, 97 Min.)

Katrine lebt seit 20 Jahren glücklich mit ihrer Familie in Norwegen. Geboren wurde sie in einem norwegischen Lebensborn-Heim als Tochter eines deutschen Soldaten und einer Norwegerin. Als perfekt „arisch“ geltend, war sie von den Nazis nach Deutschland deportiert worden, wo sie nach dem Krieg in einem ostdeutschen Kinderheim aufwuchs. Ihre leibliche Mutter hat sie erst nach ihrer Republikflucht als Erwachsene wieder gesehen. Nun möchte ein Anwalt diese Verschleppungen vor den europäischen Gerichtshof bringen, Katrine und ihre Mutter hält er für perfekte Zeuginnen. Doch dann stößt er bei seinen Nachforschungen auf ein Geheimnis, das Katrine verschwieg …

„Zwei Leben“ ist ein Familiendrama mit Thriller-Elementen, das davon erzählt, wie Nazi-Herrschaft, die Teilung Deutschlands und der Kalte Krieg bis in das Leben einer norwegischen Familie hinein wirken und dort Narben aufreißen. In Liv Ullmann und Juliane Köhler fand es eine großartige Besetzung.

(nach einer Pressemitteilung von Kulturfunke* Lübeck)

 

Titelfoto: Entsetzen über die Fallgruben der Vergangenheit: Liv Ullmann (r.) in „Zwei Leben“ (Foto: Farbfilm)
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