57. Internationale Filmfestspiele Berlin – Berlinale 2007

Preise unabhängiger Jurys

Preise der Ökumenischen Jury

Seit 1992 sind die internationalen Filmorganisationen der evangelischen und der katholischen Kirchen – Interfilm und Signis – durch eine aus sechs Mitgliedern bestehende gemeinsame ökumenische Jury vertreten. Die Jury vergibt ihren Hauptpreis für einen Film aus dem Wettbewerb, sowie je einen mit 2.500 Euro dotierten Preis für einen Film aus der Sektion Panorama und aus dem Programm des Forums. Die Jury ehrt mit den Preisen Filmschaffende, die in ihren Filmen ein menschliches Verhalten oder Zeugnis zum Ausdruck bringen, das mit dem Evangelium in Einklang steht, oder die es in ihren Filmen schaffen, die Zuschauer für spirituelle, menschliche und soziale Werte zu sensibilisieren. Die Jurymitglieder für die Berlinale 2007: Charles Martig (Jurypräsident). Angelika Obert, Théo Peporte, Anita Uzulniece, Marjorie Suchocki, Katharina Zeckau.

Die Jury vergibt folgende Preise:

Wettbewerb
Tu ya de hun shi (Tuyas Ehe) von Wang Quan’an
Jury-Begründung: „Tuya, eine Frau in der mongolischen Steppe, kämpft mit einem behinderten Mann und zwei Kindern um ihre Existenz. Eine hilfreiche Lösung wäre es, einen neuen Mann zu heiraten. Schmerzhaft ist ihr Weg, aber getragen von einem Grundvertrauen. Dem Film gelingt es in bewegenden Bildern nahe an der traditionellen Kultur zu bleiben. Mit einem liebenden Blick und Sinn für die Ambivalenz menschlicher Entscheidungen inszeniert er das Beziehungsdrama glaubwürdig.“

Panorama
Luo Ye Gui Gen (Getting Home)
von Zhang Yang
Jury-Begründung: „Zhao bringt den Leichnam seines plötzlich verstorbenen Kumpels in dessen weit entfernte Heimatstadt zurück. Ein schwieriges Unterfangen, bei dem er immer wieder auf Hilfe angewiesen ist. Ein ungewöhnliches Roadmovie, das mit viel Humor und Fantasie liebevoll davon erzählt, wie eine unmöglich scheinende Aufgabe durch viele Begegnungen bewältigt werden kann. Auch unter extrem harten sozialen Bedingungen wird so menschliche Nähe sichtbar.“

Forum
Chrigu
von Jan Gassmann und Christian Ziörjen
Jury-Begründung: „Chrigu, ein junger Mann, der unheilbar an Krebs erkrankt ist, dokumentiert den Prozess seines Sterbens als Teil des Lebens, und sein Leben als Teil des Sterbens. Vor seiner Krankheit arbeitete Chrigu als Produzent und Regisseur für eine befreundete Hiphop-Band. Deren pulsierende Musik unterstreicht den Rhythmus von Freude und Schmerz, Lachen und Traurigkeit, Leben und Tod. Indem er die Unausweichlichkeit des Todes akzeptiert, betont Chrigu den Wert des Lebens.“

Preise der FIPRESCI Jurys

Die Jurys der „Fédération Internationale de la Presse Cinématographique“, des internationalen Verbands der Filmkritik, sichteten Filme aus dem Programm des Wettbewerbs und in den Sektionen Panorama und Forum. Pro Sektion wird ein Preis für den besten Film vergeben. Die drei FIPRESCI Jurys der Berlinale 2007 setzen sich wie folgt zusammen: Phillip Bergson, Heike Hurst, Jerzy Plazewski (Wettbewerb); José Carlos Avellar, Jürgen Kiontke, Dinko Tucakovic (Panorama); Salome Kikaleishvili, Dana Linssen, Rüdiger Suchsland (Forum).

Wettbewerb
Obsluhoval jsem anglického krále |
Ich habe den englischen König bedient
von Jirí Menzel

Panorama
Takva von Özer Kiziltan

Forum
Jagdhunde von Ann-Kristin Reyels

Preis der Gilde deutscher Filmkunsttheater

Die Jury der „Gilde deutscher Filmkunsttheater“ setzt sich aus drei Juroren zusammen, die Kinobetreiber und Mitglieder der Gilde sind. Sie vergibt ihren Preis an einen Film des Berlinale-Wettbewerbs. Die Jurymitglieder für die Berlinale 2007: Adrian Kutter, Werner Renneke, Burkhard Hofmann. Die Jury vergibt den Preis an: Hallam Foe von David Mackenzie.

Preise der C.I.C.A.E.

Für die Confédération Internationale des Cinémas D’Art et Essai (C.I.C.A.E.), den Internationalen Verband der Filmkunsttheater, waren zwei Jurys auf der Berlinale tätig: eine vergibt einen Preis an einen Film des Panoramas, eine kürt einen Film des Forums. Jurymitglieder im Panorama 2007: Stephanie Flauger, Nikos Grigoriadis, Marianne Piquet, und im Forum: Katri Laiho, Ursula Philipp Schürmann, Davide Zanza.

Die Jury vergibt folgende Preise:

Panorama
The Bubble von Eytan Fox

Forum
Heimatklänge von Stefan Schwietert

Label Europa Cinemas

Das Label „Europa Cinemas“ wurde auf dem Filmfestival in Cannes 2003 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel der Initiative ist die Förderung europäischer Filme, ihres Verleihs und ihrer Wahrnehmung beim Publikum und in den Medien. Es wird jeweils ein europäischer Film der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes und seit 2004 auch der Venice Days in Venedig mit dem Label durch eine Jury von 5 Mitglieds-Kinobetreibern ausgezeichnet. 2005 wurde diese Auszeichnung zum ersten Mal auf der Berlinale vergeben, und zwar an einen europäischen Film des Panoramas. Die Jury auf der Berlinale 2007: Georgette Ranucci, Michal Drobny, Christian Schmalz, Staš Ravter.

Die Jury zeichnet El Camino de los Ingleses (Sommerregen) von Antonio Banderas aus.

Manfred-Salzgeber-Preis

Der Preis ist nach dem langjährigen Leiter des Panorama und Mitgestalter des Festivals, Manfred Salzgeber, benannt. Die Jury besteht aus drei Mitgliedern und vergibt einen Preis an einen „die Grenzen des Kinos erweiternden Spiel- oder Dokumentarfilm“ im Panorama. Der Preisträgerfilm darf noch keinen Verleih in mehr als einem europäischen Land haben. Der Preis ist ein Sachpreis und beinhaltet die Untertitelung eines abendfüllenden Films, inklusive Übersetzung, Lasern der Filmkopie und Erstellung eines Digital Source Masters. Der Preis wird gesponsert von Holland Subtitling, Babelfisch Translations und Digital Cinema Services. Die Jury auf der Berlinale 2007: Udi Aloni, Kanako Hayashi und Jost Hering.

Die Jury vergibt den Preis an The Tracey Fragments von Bruce McDonald. Lobende Erwähnung: Boldog új élet (Happy New Life) von Árpád Bogdán.

Teddy Awards

Die Teddy-Awards gehen an Filme, die in einem schwul-lesbischen Kontext stehen. Die neun Mitglieder der internationalen Jury werden zum großen Teil aus dem Kreis schwul-lesbischer Filmschaffender und FestivalmacherInnen gewählt. Sie sichten Filme aller Festivalsektionen. Aus einer von der Jury festgelegten Auswahl von Filmen wird ein mit je 3.000 Euro dotierter Teddy an einen Spielfilm, einen Kurzfilm und einen Dokumentarfilm vergeben. Die Teddy-Jury der Berlinale 2007: Charlie Boudreau (Präsidentin der Jury), Ailton Franco Jr., Frédéric Arends, Kam Wai Kui, Michaela Pnacekova, Raymond Phathanavirangoon, Jason Plourde, Fanney Tsimong.

Die Jury vergibt folgende Preise:

Der TEDDY für den besten Spielfilm, dotiert mit 3.000 Euro, gestiftet vom TEDDY e.V. mit Unterstützung der Berliner schwul lesbischen Szene und ihrer diversen Spenderinnen und Spender, geht an
Ci-Qing | Spider Lillies von Zero Chou
Jury-Begründung: „Prämiert für seine symbolische und vielschichtige Reflektion von Liebe, Verlust und das Wiedererleben von Gefühlen durch Erinnerung.“
Besondere Erwähnung für kinematografische Qualität: La León von Santiago Otheguy. Jury-Begründung: „In Anerkennung seiner erhabenen Kinematografie bei der Darstellung einer isolierten Existenz in Argentinien.“

Der TEDDY für den besten Dokumentarfilm, dotiert mit 3.000 Euro, gestiftet vom schwul lesbischen Förderverein elledorado e. V., Berlin geht an
A Walk Into The Sea: Danny Williams And The Warhol Factory von Esther B. Robinson
Jury-Begründung: „Die Rekonstruktion eines an eine zügellose Pop-Art-Bewegung verlorenen Künstlers, dessen Leben und Tod geheimnisvoll verschleiert sind.“

Der Förderverein TEDDY e.V. verleiht dem Schauspieler Helmut Berger einen Special Teddy für sein Gesamtwerk.

Der Teddy Ballot Volkswagen Zuschauerpreis geht an: Notes On A Scandal (Tagebuch eines Skandals) von Richard Eyre.

„Dialogue en perspective“

Im Rahmen der Preisverleihung der unabhängigen Jurypreise der Berlinale hat eine junge deutsch-französische Jury den „Dialogue en perspective“ an den Film Prinzessinnenbad von Bettina Blümner vergeben. Die Jury wurde 2004 vom französischen Fernsehsender TV5MONDE gemeinsam mit den Internationalen Filmfestspielen Berlin initiiert und vergibt den Preis in Zusammenarbeit mit dem DFJW nun zum bereits vierten Mal an einen Film aus der Sektion Perspektive Deutsches Kino.

Die sieben deutschen und französischen Jurymitglieder zwischen 18 und 29 Jahren haben gemeinsam mit der Juryvorsitzenden Mathilde Bonnefoy, die 1999 den Deutschen Filmpreis als Cutterin des Kultfilms Lola rennt gewann, alle Beiträge der Berlinale-Sektion Perspektive Deutsches Kino mit jungem, interkulturellem Blick gesichtet. Warum am Ende Prinzessinnenbad alle am meisten begeistern konnte, begründet die Jury wie folgt: „Der Preis ’Dialogue en Perspective’ geht an einen dokumentarischen Film, der die Poesie alltäglicher Geschichten offen legt. Dem Film gelingt es, die Intimität und das Wesen der Protagonisten derart zu berühren, dass die Distanz zur fremden Wirklichkeit überwunden werden kann.“

Eine lobende Erwähnung geht an einen Film, der das Dokumentarische in der Fiktion verankert. „Hotel Very Welcome von Sonja Heiss beeindruckt durch die Leichtigkeit, mit der er zeigt, wie sich die persönlichen Fragen der fünf Figuren nach dem Sinn ihres Lebens in den Begegnungen mit einem fremden Land spiegeln. Die beiden ausgewählten Filme überzeugen durch ihren innovativen Umgang mit den erzählerischen Mitteln des Dokumentarischen und des Fiktionalen.“

Auch in diesem Jahr ging es TV5MONDE und dem DFJW wieder darum, mit der Vergabe des unabhängigen Jurypreises „Dialogue en perspective“ in der Sektion Perspektive Deutsches Kino den cineastischen Dialog zwischen jungen Deutschen und Franzosen zu fördern: „Es ist eine wunderbare Gelegenheit für TV5MONDE, mit einer jungen Jury auf einem weltbekannten Filmfestival den deutsch-französischen Dialog sowie zugleich den interkulturellen Austausch über den deutschen Film anzuregen. Ein solches Engagement, das zudem ganz im Zeichen der Jugend steht, ist für uns als internationaler Sender sehr wichtig. Die Nähe zur allgemeinen Öffentlichkeit und zu unseren Zuschauern ist eine der Prioritäten im Rahmen unseres Senderprofils und gibt TV5MONDE die Möglichkeit, sich einen festen Platz in der deutschen Medienlandschaft zu sichern. Diesem Vorhaben entspricht zum einen unsere jährliche Partnerschaft mit der Berlinale und zum anderen unsere Programmgestaltung während des gesamten Jahres, indem wir dem deutschen Publikum dank gezielter Untertitelung den französischen Film näher bringen. Dieses Engagement wird durch unsere junge Jury widergespiegelt, die im Gegenzug einen zum Teil sehr französischen Blick auf das deutsche Kino wirft“, so Fabrice Grandhomme, Managing Director TV5MONDE.

Die Generalsekretäre des DFJW, Dr. Eva Sabine Kuntz und Max Claudet: „Auch in diesem Jahr war der Austausch zwischen den deutschen und den französischen Jurymitgliedern sehr intensiv: es ging um Filmtechniken, um Inhalte, um Drehbücher, um Regie und Schauspieler. Hitzige Wortwechsel und leidenschaftliche Diskussionen haben gezeigt, dass der deutsche Film jede Menge Gesprächsstoff bietet, und der Dialog den jungen Cineasten aus Deutschland und Frankreich neue Perspektiven eröffnet.“

Auch für Alfred Holighaus, Leiter der Sektion Perspektive Deutsches Kino, war es wieder spannend und interessant, wie sich die Jury entscheiden würde: „Der junge Preis, der von einer jungen Jury vergeben wird, geht nun schon zum zweiten Mal an einen Dokumentarfilm. Und im Mittelpunkt stehen diesmal junge Menschen, die einem erstaunten Publikum zeigen, wie man aus einem Problembezirk einen lebens- und liebenswerten Ort macht. Das öffnet Grenzen – nicht nur innerhalb Berlins.“

Der Preisträgerfilm wird im Herbst 2007 beim Festival des deutschen Films in Paris vorgestellt.

Caligari Filmpreis 2007

Anlässlich der 57. Internationalen Filmfestspiele Berlin vergab der Bundesverband kommunale Filmarbeit den Caligari Filmpreis, den wichtigsten Preis des Internationalen Forums des Jungen Films, an

Kurz davor ist es passiert von Anja Salomonowitz (Österreich 2006).

Die diesjährige Jury bildeten: Beate Preisler (Internationales Frauenfilmfestival Dortmund, Köln), Peter Link (Weitwinkel, Kommunales Kino Singen) und Rolf-Rüdiger Hamacher („film-dienst“, Bonn/Köln).

Begründung der Jury: „Intelligent strukturiert verbindet Anja Salomonowitz’ Dokumentarfilm über Frauenhandel und illegale Migrantinnen doppelbödig inszenierte Realität zu einer spannend-erhellenden Analyse gesellschaftlicher Missstände. Dabei verwischt der Film auch die Grenzen zwischen den sozialen Schichten der Protagonisten und verlangt so vom Betrachter, eine eigene Position einzunehmen. Der sowohl eigenwillige als auch spielerische Blick der Regisseurin provoziert die Neugierde des Zuschauers, der durch die inszenatorische Konfrontation mit authentischen Schicksalen nachhaltig berührt das Kino verlässt.“

Eine lobende Erwähnung geht an Wolfsbergen von Nanouk Leopold (Niederlande 2007) mit der Begründung: „Nanouk Leopolds assoziativ-fragmentarische „Familienaufstellung“ erlaubt uns einen intimen, aber nie voyeuristischen Blick auf unerfüllte Lebensentwürfe. Dabei nehmen sich die niederländische Regisseurin und ihr Kameramann Richard van Oosterhout Zeit, uns in ihre kunstvoll kadrierten Bilder zu ziehen. Die „Leerstellen“ der elliptischen Erzählweise verbinden sich mit dem intensiven Spiel der Darsteller zu Momenten verstörender Kraft.“

Der Bundesverband kommunale Filmarbeit, die Dachorganisation von rund 140 Kommunalen Kinos in Deutschland, verleiht die Auszeichnung bereits zum 22. Mal an einen stilistisch und thematisch innovativen Film aus dem Programm des Internationalen Forums des Jungen Films. Damit soll auch die Bedeutung dieser Sektion der Berlinale für die kulturelle Kinoarbeit gewürdigt werden. Initiator des Preises ist Heiner Roß (Kommunales Kino Metropolis, Hamburg). Die mit 4.000 Euro dotierte Prämie geht je zu
Hälfte an den Regisseur und an den zukünftigen Verleih und wird von den Kommunalen Kinos und der Zeitschrift „film-dienst“ gestiftet. Medienpartner ist die taz. Die Preisstatuette wurde erneut von der Kölner Bildhauerin Gesina Liebe entworfen und gestaltet und wird von der Verlagsgruppe Rheinischer Merkur, Bonn, finanziert.

NETPAC-Preis

Das „Network for the Promotion of Asian Cinema“ (NETPAC) ist ein Zusammenschluss von Festivalorganisatoren und Filmkritikern, die sich die Förderung des asiatischen Films zum Ziel gesetzt haben. Die Jury sichtet asiatische Filme im Programm des Forums. Die Jury setzt sich zusammen aus Budi Irawanto (Jury-Präsident), Intishal al Timimi und Yang Yong-hi.

Die Jury vergibt den Preis ex aequo an:

Tuli von Auraeus Solito
Jury-Begründung: „Auraeus Solito has yet again impressed with his sensitive portrayal of sole and pertinent aspect of indigenous Filipino culture. The film may have faced problems of funding and censorship. But what comes through clearly, is Solito’s ability in handling bold subjects. Tuli is a lyrical weave of a story well told, beautiful images and very good acting. The choice of locations, and the music too, deserve a special mention.“

Ichijiku no kao (Faces of a Fig Tree) von Momoi Kaori
Jury-Begründung: „The film shows peculiar customs in Japanese society set in the unique yet quaint family. Through Momoi’s brilliant acting, directing, and script writing, the film gives the subtle aspects of Japanese culture in which emotions and desires are hidden in the superficial daily interactions. Unsurprisingly, the film has a richness of narrative layers and moods coloured with experimental passions.“

Friedensfilmpreis

Die Jury besteht aus neun Mitgliedern, die Filme aus allen Sektionen sichten. Der Hauptpreis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von der „Initiative Friedensfilmpreis“ in Verbindung mit den „Ärzten zur Verhütung des Atomkriegs“ (IPPNW) und der Heinrich-Böll-Stiftung gestiftet. Darüber hinaus kann die Friedensfilmpreis-Jury lobende Erwähnungen aussprechen. Die Jurymitglieder auf der Berlinale 2007: Harriet Eder, Christoph Heubner, Wilma Pradetto, Monica Chana Puginier, Simone Schmollack, Michael Schorr, Marianne Wündrich-Brosien.

Die Jury vergibt den Preis an Goodbye Bafana von Bille August.
Jury-Begründung: „Hineingeboren in das System der Apartheid, die er als vernünftig und gottgegeben mitträgt, sucht der Gefängniswärter James Gregory nach bürgerlicher Sicherheit in seiner Familie und nach beruflicher Karriere: Überzeugt von der Grausamkeit der Schwarzen und ihren Absichten, die Weißen aus Südafrika verjagen zu wollen, wird er in einer neuen Aufgabe als Zensor mit dem Häftling Nelson Mandela und dessen Mitgefangenen auf der berüchtigten Gefängnisinsel Robben Island konfrontiert. Beeindruckt von der Gedankenwelt und der Menschlichkeit Mandelas und der brutalen Gewalt, der die Häftlinge tagtäglich ausgesetzt sind, beginnt im Kopf und im Herzen James Gregorys ein Prozess der Veränderung, der ihn und seine Familie vor existentielle Herausforderungen stellt. Ein Film, der auf einer wahren Geschichte beruht und uns zeigt, dass auch im starrsten System und unter großem Druck Zivilcourage wachsen kann, die aus einem Mittäter einen selbstständig denkenden und handelnden Menschen werden lässt: eine Ermutigung.“

Amnesty International Filmpreis

Die deutsche Sektion von „amnesty international“ verlieh auf der Berlinale 2005 erstmalig den Amnesty International Filmpreis, der bereits auf anderen internationalen Filmfestivals vergeben wird. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Die Jury sichtet Filme der Sektionen Wettbewerb, Panorama und Forum und richtet dabei ein besonderes Augenmerk auf Dokumentationen. Ziel des Preises ist es, die Aufmerksamkeit von Fachbesuchern und breitem Publikum auf das Thema Menschenrechte zu lenken und Filmemacher dazu zu ermutigen, sich dieses Themas verstärkt anzunehmen. Die Jurymitglieder zur Berlinale 2007: Christiane Paul, Ayfer Ergün und Dietmar Kammerer.

Der Preis geht an När Mörkret Faller (When Darkness Falls) von Anders Nilsson.

Femina-Film-Preis

Der Verband der Filmarbeiterinnen e.V. vergibt jährlich den Femina-Film-Preis, im Jahr 2005 erstmals im Rahmen der Berlinale. Der Preis wird verliehen für „hervorragende künstlerische Leistungen einer Technikerin“ in einem deutschsprachigen Spielfilm, und zwar im Bereich Ausstattung, Kamera, Kostüm, Musik oder Schnitt. Ziel des Preises ist, die Bedeutung der künstlerischen Arbeit der mitwirkenden Frauen für das Gesamtresultat eines Filmes hervorzuheben. Die Jury des mit 3.000 Euro dotierten Preises besteht aus drei im Filmbereich tätigen Frauen. Die Jury auf der Berlinale 2007: Sophie Maintigneux, Katharina Sykora und Monika Treut.

Die Jury vergibt den Preis an: Bettina Böhler für ihre Arbeit als Cutterin im Film Yella von Christian Petzold.
Jury-Begründung: „Yella entzieht sich den konventionellen Genrekategorien. Er wechselt zwischen Realismus und den inneren Phantasiebildern der Protagonistin. Der Schnitt trägt die komplexe Erzählstruktur durch seinen souveränen Rhythmus. Er läßt mit Eleganz und Leichtigkeit den Zusammenklang von Regie, Kamera und Sounddesign entstehen. Unmerklich führt er die Zuschauer und Zuschauerinnen in eine Welt, die von jedem Bild zum nächsten voller Überraschungen ist.“

Panorama Publikumspreis

Für den Panorama Publikumspreis können alle Besucher der Berlinale mittels Stimmzetteln votieren. Der Preis wird seit 1999 vergeben und verdankt sich einer gemeinsamen Initiative des Berliner Stadtmagazins „tip“, des Radiosenders „Radioeins“ und des Panoramas.

Der Panorama Publikumspreis geht an: Blindsight von Lucy Walker.

Leserpreis der „Berliner Morgenpost“

Die Jury besteht aus 12 Lesern der Tageszeitung „Berliner Morgenpost“. Es wird ein Spielfilm des Wettbewerbs prämiert.

Der Preis geht an: Irina Palm von Sam Garbarski.

Leserpreis der „Siegessäule“

Die Jury, die sich aus sieben Lesern der „Siegessäule“, einem schwul-lesbischen Berliner Stadtmagazin, zusammensetzt, sichtet Filme aller Sektionen, die in einem schwul-lesbischen Kontext stehen. Der Leserpreis wird an einen Spielfilm verliehen.

Der Preis geht an: The Bubble von Eytan Fox.

Leserpreis des „Tagesspiegel“

Auf der Berlinale 2007 berief erstmalig auch der „Tagesspiegel“ eine Leserjury. Der Leserpreis des Tagesspiegel ist mit 3.000 Euro dotiert und geht an den besten Film des Forums.

Der Preis geht an: Heimatklänge von Stefan Schwietert.
Jury-Begründung: „Dieser Film hat uns überzeugt, weil er erzählt, wie man sich in Zeiten zunehmend gestörter Kommunikation auch ohne Worte mitteilen kann. Wie man auf diese Weise zum Beispiel seine Beziehung zu Heimat zum Ausdruck bringen kann, wie man über Ländergrenzen hinweg kommunizieren und die Tradition, die jeder hat und sich trägt, weiterentwickeln kann. Stefan Schwieterts Film Heimatklänge ermutigt jeden Einzelnen dazu, seinen eigenen Ton zu suchen und auch zu äußern. Und damit in Beziehung zu anderen zu treten und mit ihnen zu kommunizieren.“

Preise des Berlinale Talent Campus

Volkswagen Score Competition

Der von Volkswagen gestiftete Preis wird 2007 zum vierten Mal verliehen und wendet sich an junge Sounddesigner und Komponisten. Diese bewerben sich bei der Volkswagen Score Competition mit der Vertonung von drei ausgewählten Filmausschnitten von je zwei Minuten. Eine internationale Jury wählt die drei besten Bewerber aus, die ihren Score dann gemeinsam mit dem Filmorchester Babelsberg in Berliner Studios umsetzen. Eine Jury kürt im Anschluss den besten Score, dessen Komponist dann eine von Dolby gestiftete Reise nach Los Angeles antreten darf. Der VOLKSWAGEN SCORE COMPETITION Award geht an Ilja Coric. Die Jurymitglieder Jan Kaczmarek, Martin Steyer und Martin Todsharow zeigten sich beeindruckt „von dem frischen Ansatz eines handwerklich herausragenden Scores“.

Berlin Today Award

Für den Berlin Today Award sind die Teilnehmer jedes Campus’ aufgefordert, internationale Teams zu bilden und sich mit einer Kurzfilmidee zu bewerben, die einen Berlin-Bezug hat. Drei Projekte werden ausgewählt und anschließend in Zusammenarbeit mit dem Medienboard Berlin-Brandenburg und Boxfish Films realisiert. Im Folgejahr werden die Filme im Rahmen des Berlinale Talent Campus gezeigt. An den besten von ihnen vergibt eine Jury den Berlin Today Award.

Gewinner des Berlin Today Award 2007: Kasia Klimkiewicz (Polen) und Andrew Friedman (USA) für Wasserschlacht – The Great Border Battle
Jury-Begründung: „Wasserschlacht – The Great Border Battle ist ein Kurzfilm, der von einem Ereignis berichtet, das so nur in Berlin statt finden konnte. Geistreich und nicht allein gag-orientiert, wirklichkeitsnah und kein bisschen prätentiös. Keine leichtes Unterfangen, aber Wasserschlacht ist es gelungen – Glückwunsch!“

(nach Pressemitteilungen der Berlinale und des Bundesverbands Kommunale Filmarbeit e.V.)

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