Die Filmwerkstatt Kiel der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein vergibt Fördermittel an 22 Projekte

Der dreiköpfige Förderbeirat der Filmwerkstatt Kiel der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Lars Büchel (Regisseur und Produzent, Kiel), Bernd-Günther Nahm (Leiter Filmwerkstatt Kiel) und Gudrun Wassermann (Freie Künstlerin, Kiel), hat aus insgesamt 51 Anträgen zur ersten Förderperiode 2008 22 Projekte aus den Bereichen Recherche, Produktion, Präsentation/Verleih ausgewählt. Insgesamt vergab der Beirat Fördergelder in Höhe von 103.166 Euro.

Produktionsförderung erhalten vier Dokumentarfilme und ein Animationsfilm: In dem mit 12.000 Euro geförderten Film WARUM KAIN ABEL NICHT ERSCHLAGEN HAT interpretiert Carmen Blazejewski am Beispiel dreier Männerpersönlichkeiten in einem kleinen Dorf in Mecklenburg die Geschichte von Kain und Abel neu. Jens Scherer und Karsten Hold begleiten in ihrer Langzeitdokumentation SUCHT – BEGEGNUNG MIT SUCHENDEN (10.000 Euro, Filmbüro unacum) drei bis fünf Jugendliche über ein Jahr lang bei ihrem Kampf gegen die Drogenabhängigkeit. In SCHNEE VON GESTERN (8.000 Euro, Gerald Grote) zeichnet der Regisseur die Schneekatastrophe in Schleswig-Holstein von 1978/1979 anhand persönlicher dokumentarischer Aufnahmen nach und begibt sich auf eine dramatische Seh-Reise in die Vergangenheit. UWE – EIN LEBEN (7.500 Euro, Florian von Westerholt) erzählt humorvoll die Lebensgeschichte von Uwe Pelzel, der das Down-Syndrom hat und sich mit großem Engagement für seine Heimatgemeinde einsetzt. Dass Mathematik unterhaltsam sein kann, zeigt Jennifer Gräf in ihrem Animationsfilm GESCHICHTEN AUS 1001 ZAHLEN der mit 1.241 Euro unterstützt wurde.

Förderung im Bereich Recherche erhalten sieben Filmvorhaben: DÄMONEN UND LIEBE AUF BALI – WALTER SPIES (5.000 Euro, Wilfried Hauke), ein Dokumentarfilm über den Maler, Musiker und Filmemacher Walter Spies, MUHOHETU FARMERS. NO HURRY IN AFRICA (5.000 Euro, Helmut Schulzeck) über den „african way of life“, BINGO – TOLETZT ENTSCHEED JÜMMERS DAT GLÜCK (5.000 Euro, Bildschön Filmproduktion) über leidenschaftliche Bingo-Spielerinnen in Schleswig-Holstein und DIE BARBIERE VOM REVAL (5.000 Euro, Ines Thomsen) über fünf Barbiersalons im Altstadtviertel von Barcelona. Außerdem wurden gefördert: MEERESTÄNZERINNEN (5.000 Euro, Petra Valentin), HEINO JÄGER – VERGESSEN (5.000 Euro, Gerd Kroske) und der Trickfilm DER LUSTIGE KÖNIG (3.600 Euro, Jörg Weidner).

Im Bereich Verleih und Präsentation sind insgesamt zehn Filmvorhaben und Filmreihen auf dem Weg zu diversen Festivals und ins Kino unterstützt worden: DEUTSCHES BLITZFILMFESTIVAL IN CHINA (7.500 Euro, Karsten Weber), ZULETZT BEFREIT MICH DOCH DER TOD (6.500 Euro, Beate Middeke), 88 – PILGERN AUF JAPANISCH (4.200 Euro, Gerald Koll), KURZES LEBEN (3.200 Euro, Johanna Freise), FROM KIEL TO EAST OF WARSAW (2.645 Euro, Moses Merkle), EUOPEAN MINORITY FILM FESTIVAL (2.000 Euro, Friisk Foriining), DIE GLÜCKLICHEN (1.800 Euro, Jan Georg Schütte), der seine Premiere auf dem diesjährigen Filmfest München feierte, ÜBRIGGEBLIEBENE AUSGEREIFTE HALTUNGEN (1.000 Euro, Peter Ott-Holl), KURZFILMABEND IM PAK (1.000 Euro, Palais für aktuelle Kunst, Christiane Opitz) und der SHORTFILMSLAM IM FILMHAUS LÜBECK (980 Euro, Tilo Strauß).

Folgende Projekte werden gefördert:

1. Recherche

Dämonen und Liebe auf Bali – Walter Spies
Recherche für einen Dokumentarfilm
Dr. Wilfried Hauke
Fördersumme: 5.000 EUR
Der Maler, Musiker und Filmemacher Walter Spies, der in den 1920er Jahren in die Südsee auswanderte, war der Geliebte des Filmpioniers Wilhelm Murnau, wurde von einem indonesischen Sultan als Kapellmeister angestellt und machte sein Haus auf Bali zum Anlaufpunkt des internationalen „Jet-Sets“ wie Charly Chaplin, Vicki Baum und Barbara Hutton.

Muhotetu Farmers. No Hurry in Africa
Recherche für einen Dokumentarfilm
Helmut Schulzeck
Fördersumme: 5.000 EUR
Der Film, dessen Schauplatz eine Farm in den Kenian Highlands des Rift Valleys ist, will dem afrikanischen „Way of Life“ nachspüren. Ohne diesen zu idealisieren, soll gezeigt werden, dass vielleicht gerade diese Lebenseinstellung aus Gelassenheit, Lebensfreude und Tagesbezogenheit erforderlich ist, um die afrikanischen Anforderungen zu meistern.

Bingo – Toletzt entscheed jümmers dat Glück
Recherche für einen Dokumentarfilm
Bildschön Filmproduktion, Linda Mattern, Regie: Margot Neubert-Maric und Gisela Tuchtenhagen
Fördersumme: 5.000 EUR
Im Mittelpunkt stehen Frauen über 50 mit ihren Wünschen, Hoffnungen und Träumen auf das große Los beim Bingo-Spiel. Sie leben in Schleswig-Holstein und sprechen Plattdeutsch. Es werden anrührende Alltags- und Lebensgeschichten erzählt, die man so gar nicht erfinden kann.

Die Barbiere vom Raval
Recherche für einen Dokumentarfilm
Ines Thomsen
Fördersumme: 5.000 EUR
Fünf Barbiersalons im Altstadtviertel einer sich rasant verändernden Großstadt in Südeuropa – fünf Nationen, die ihre Kultur im Exil auf engstem Raum dieser Salons weiter leben lassen. Fünf Geschichten von fünf Kontinenten, von Barbieren und ihren Stammkunden im Viertel „El Raval“ in Barcelona, das die Veränderung vom Immigranten- und Armutsviertel zum angesagtesten und teuersten Bezirk der mondänen Stadt erlebt.

Meerestänzerinnen
Recherche für einen Dokumentarfilm
Petra Valentin
Fördersumme: 5.000 EUR
Poetische Filmcollage über vier Frauen in Europa mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund. Gemeinsam haben sie die Liebe zum Meer, zum Tanz und das Engagement für ihre Vision, als Frau ein Leben in Würde zu führen.

Der lustige König
Produktionsvorbereitung
Jörg Weidner
Fördersumme: 3.600 EUR
Der lustige König sucht verzweifelt nach Antworten auf die große Frage nach dem Sinn des Lebens. Was er erfährt, gefällt ihm nicht. Dies ist ein Trickfilm.

Heino Jäger – Vergessen
Recherche für einen Dokumentarfilm
Gerd Kroske
Fördersumme: 5.000 EUR
Der Maler und Kabarettist Heino Jäger war einst gefeierter Radio-Star. Als Maler hinterließ er ein Bildwerk, dass in seiner Vielschichtigkeit besticht. Behaftet mit einem erheblichen Kriegstrauma, einer anarchisch anmutenden Verrücktheit verbrachte er seine letzten zwölf Lebensjahre alkoholkrank in einem Pflegeheim in Bad Oldesloe.

2. Produktion

Schnee von Gestern
Regie: Gerald Grote
Fördersumme: 8.000 EUR
Schnee von gestern ist eine Sammlung dokumentarischer Aufnahmen, die zwischen dem 28. Dezember 1978 und dem 24. Februar 1979 aus privatem Blickwinkel entstanden. „Schnee von gestern“ ist eine dramatische Seh-Reise in die Vergangenheit, als Sibirien nach Schleswig-Holstein kam. „Schnee von gestern“ ist eine persönliche Geschichtenauswahl wie aus dem Bilderbuch, die in jeder Film-Einstellung augenblickliche Entdeckungen möglich macht.

Geschichten aus 1001 Zahlen
Animationsfilm
Jennifer Gräf
Fördersumme: 1.241 EUR
Vorlage für die Video-Sach- und Lachserie ist die Erzählung Malba Tahans „Beremis, der Zahlenkünstler“. Grundthemen der Mathematik sollen für den Laien alltagsfreundlich, anwendungsbezogen und unterhaltsam verständlich gemacht werden.

Uwe – Ein Leben
Dokumentarfilm
Florian von Westerholt
Fördersumme: 7.500 EUR
Uwe Pelzel hat das Down-Syndrom. Er lebt in Heikendorf bei Kiel und nimmt an sämtlichen Aktivitäten des Gemeindelebens teil. Gezeigt wird in dieser lebendigen und humorvollen Dokumentation nicht nur sein erstaunliches und abwechslungsreiches Leben, sondern auch die Entwicklung einer typischen städtischen Randgemeinde und der durch den urbanen Einfluss verursachte Verlust ihrer sozialen Identität.

Warum Kain Abel nicht erschlagen hat
Dokumentarfilm
Carmen Blazejewski
Fördersumme: 12.000 EUR
Drei Männer: der alte Bürgermeister, eine Vaterfigur für seine Gemeinde; der Chef des Piano-Hauses Kunze – ein Leben für die Musik; der Sozialbetreuer straffällig gewordener Kinder und Jugendlicher auf seinem maroden Ökobauernhof; Drei Welten in einem kleinen Mecklenburg-Dorf und die Geschichte von Kain und Abel neu und amüsant interpretiert – denn es gibt keinen Mord!

Sucht – Begegnung mit Suchenden
Dokumentarfilm
Filmbüro unacum; Jens Scherer und Karsten Herold
Fördersumme: 10.000 EUR
Der Dokumentarfilm wird Jugendliche bei ihrem Umgang, ihrem Kampf mit der Drogenabhängigkeit zeigen. Geplant ist dafür die Begleitung von 3 bis 5 Jugendlichen über ca. ein Jahr. In dieser Zeit werden wir Ängste, Sehnsüchte, Träume und Verzweiflung erleben.

3. Verleih/Präsentation

Zuletzt befreit mich doch der Tod
Verleih/Präsentation
Regie: Beate Middeke
Fördersumme: 6.500 EUR
Ein Mädchen nahm sich das Leben. Aus ihren Aufzeichnungen, die den Schrecken der Vergangenheit nur erahnen lassen, und aus den widersprüchlichen Aussagen der anderen entsteht die fragmentarische Rekonstruktion einer von Missbrauch und Gewalt gezeichneten Kindheit, die unfassbar bleibt. Gefördert werden Werbedrucksachen, die Erstellung einer DVD, die englische Untertitelung sowie die Durchführung einer Kinotournee.

Kurzes Leben
Verleih/Präsentation
Regie: Johanna Freise
Fördersumme: 3.200 EUR
Der künstlerisch-experimentelle Animationsfilm der Malerin Johanna Freise aus Kiel und des Animationsfilmers Daniel Suljic aus Wien soll hauptsächlich auf Festivals präsentiert werden. Außerdem soll er Museen und Galerien gezeigt werden.

Kurzfilmabend im PAK
Präsentation
Palais für aktuelle Kunst, Christiane Opitz
Fördersumme: 1.000 EUR
Das Rahmenprogramm des Kunstvereins Glückstadt soll in Zukunft um regelmäßig stattfindende Kurzfilmabende erweitert werden. Das Besondere an der Filmauswahl: Sie wurden nach Motiven und Stimmungen der jeweiligen Arbeiten einer Ausstellung ausgewählt. Gezeigt werden Filme aus dem In- und Ausland, vom Experimentalfilm über Dokumentationen bis hin zum Kurzspielfilm.

Deutsches Blitzfilmfestival in China
Präsentation
Karsten Weber
Fördersumme: 7.500 EUR
Das Blitzfilm Festival soll als größte Präsentation für das deutsche Filmschaffen in China etabliert und zu einer festen Einrichtung werden. Im Olympiajahr 2008 wird es nicht nur in Shanghai und Chinas größter Stadt Chongqing, sondern in weiteren fünf Großstädten stattfinden.

88 – pilgern auf japanisch
Festivalausstattung, Drucksachen, DVD
Dr. Gerald Koll
Fördersumme: 4.200 EUR
Um die japanische Insel Shikoku führt der wohl älteste und längste markierte Pilgerweg der Welt vorbei an 88 Klöstern. Europäer trifft man dort nicht. Wer einmal in der Fremde sich selbst suchen will, ist dort genau richtig – der Film schildert einen Selbstversuch.

Der Shortfilmslam im Filmhaus Lübeck
Präsentation
Tilo Strauß
Fördersumme: 980 EUR
Bis zu zehn schleswig-holsteinische Filmemacher, mit unterschiedlichem filmischen Hintergrund zeigen bei der unterhaltsam moderierten Veranstaltung ihre maximal 15-minütigen Kurzfilme. Sie stellen sich den Fragen des Publikums und der Bewertung einer Publikumsjury. Zusätzliche Präsentation im TraumKino, Kiel.

From Kiel to East of Warsaw
Untertitel für Präsentation
Moses Merkle
Fördersumme: 2.645 EUR
Roadmovie, das den Didgeridoo-Spieler Phil Conyngham auf seiner Reise von Kiel zu einem Festival für Volksmusikinstrumente in Polen begleitet. Der Film soll mit deutschen und polnischen Untertiteln versehen werden. Darüber hinaus sollen Werbematerialien erstellt werden.

European Minority Film Festival
Präsentation
Friisk Foriining
Fördersumme: 2.000 EUR
Das Festival richtet sich hauptsächlich an Produzenten und Regisseure, die Spielfilme oder fiktive Kurzfilme in den Sprachen der kleinen Völker Europas produzieren, die über keinen eigenen Staat und kein kulturelles Mutterland verfügen.

Die Glücklichen
Untertitel und Material für Verleih/Präsentation
Jan Georg Schütte
Fördersumme: 1.800 EUR
Das tragikomische Kammerspiel, gedreht in einem dreitägigen Improvisationsmarathon, erzählt die Geschichte von sechs Individualisten, die in unserer modernen Beziehungslandschaft verzweifelt nach einer Orientierung jenseits von Karriere und Erfolg suchen. Mit der Förderung soll der Film auf dem Münchner Filmfest präsentiert werden und die weitere Pressearbeit sowie Bewerbung für nationale und internationale Festivals möglich gemacht werden.

Übriggebliebene ausgereifte Haltungen
Präsentation
Peter Ott-Holl
Fördersumme: 1.000 EUR
In dem Dokumentarfilm geht es um die Band „Die goldenen Zitronen“. Mit Archivmaterialien, Interviews mit Mitgliedern, Wegbegleitern und Experten sowie Beobachtungen bei der Produktion von Musik bildet der Film ein Stück deutscher Rock- und Popgeschichte ab und geht in dieser Abbildung dem ständigen Paradox von politischer Kunst nach. Gefördert wird die englische Untertitelung, um den Film international auswerten zu können.

Weitere Informationen sowie Vergaberichtlinien und Antragsformulare können angefordert werden bei der Filmwerkstatt Kiel der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein oder sie können im Internet als PDF Datei herunter geladen werden unter: www.infomedia-sh.de/medien/filmwerkstatt-sh.html. Filmwerkstatt Kiel der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Haßstr. 22, 24103 Kiel, Tel.: 0431-551439, filmwerkstatt@ffhsh.de. Der nächste Einreichtermin zur Filmförderung in Kiel wird über www.infomedia-sh.de bekannt gegeben.

(V.i.S.d.P.: Bernd-Günther Nahm)

Cookie Consent mit Real Cookie Banner