Cool & Crazy

Neues Kino aus Norwegen – Tournee durch die Kommunalen Kinos bis Dezember 2007

Unter dem Titel „Cool & Crazy“ gehen sieben neue norwegische Filme bis Ende Dezember 2007 auf Tournee durch die Kommunalen Kinos. Das hochkarätige Programm mit vielen preisgekrönten Werken wurde vom Norwegischen Filminstitut und den Nordischen Filmtagen Lübeck zusammengestellt.

Hatte Norwegen seit der Oscarauszeichnung für Thor Heyerdahls legendären „Kon-Tiki“ von 1950 sporadisch immer wieder internationale Filmerfolge zu verzeichnen, so kam der Durchbruch erst zu Beginn unseres Jahrtausends mit Filmen wie „Elling“ (2001) von Petter Naess oder Knut Erik Jensens „Heftig und begeistert“ (2000).

Dank der Einrichtung des Norwegischen Filmfonds und der Gründung der Filmhochschule in Lillehammer sowie einer beispielhaften Kurzfilmförderung und Promotion durch das Norwegische Filminstitut konnte sich eine neue Generation von – in der Hauptsache männlichen – Regisseuren etablieren. Dass viele von ihnen zuvor mit Kurzfilmen reüssierten, macht sich in der Erzählweise ihrer Spielfilme bemerkbar, die sich durch eigenwillige Charaktere, skurrile Geschichten, ein genau gesetztes Ambiente und hervorragende junge Schauspieler beiderlei Geschlechts auszeichnen.

Die Filme

„Genosse Pedersen“ (Gymnaslærer Pedersen, 2006) von Hans Petter Moland erhielt für seine in den 1960ern angesiedelte tragisch-komische Story über die Kinder von Mao und Rock’n’Roll den Regiepreis beim Festival in Montreal sowie den Baltischen Filmpreis bei den Nordischen Filmtagen Lübeck.

Zugleich Umweltthriller und Familiendrama ist Erik Skjoldbjaergs moderne Ibsen-Verfilmung „Ein Volksfeind“ (En folkefiende, 2005) über den engagierten Fernsehjournalisten Stockman, der seinen Job aufgibt, um das vermeintlich sauberste Quellwasser der Welt abzufüllen.

Pal Sletaunes mysteriös erotisches Spiel „Nachbarn“ (Naboer, 2005) um den 30jährigen John und seine beiden attraktiven Nachbarinnen entwickelt sich zum Horrorthriller und löste wegen seiner drastischen Bilder auf dem Festival von Venedig heftige Debatten aus.

Sara Johnsens sensibler Debütfilm „Kuss des Winters“ (Vinterkyss, 2005) fragt nach der Grenze zwischen Verantwortung und Schuld. Der norwegische Oscar-Vorschlag beginnt zunächst wie ein Krimi, um sich nach und nach als spannende Charakterstudie über eine schwedische Ärztin zu entpuppen, die nach einem Schicksalsschlag zurückgezogen in einem norwegischen Dorf lebt.

In Gunnar Vikenes Tragikomödie „Der Himmel stürzt ein“ (Himmelfall, 2002) bringt ein von der Brücke zu stürzen drohendes Taxi den Psychatrie-Insassen Reidar, die todessehnsüchtige Juni, den melancholischen Psychiater Johannes und seine ihn mit dem Taxifahrer betrügende Frau Vigdis zusammen. Sie alle bewegt die Frage nach dem Glück. Das Spielfilmdebüt besticht durch wunderschöne Bilder und erhielt Preise auf dem Festival in Göteborg und den Nordischen Filmtagen Lübeck.

Trygve Allister Diesens eindringliches Sozialdrama „Sieh mich an“ (Tyven, tyven, 2002) beschreibt eine mühsame Annäherung nach erlebtem Verlust: Harald darf seine siebenjährige Tochter Lisa seit seiner Scheidung nur selten und unter Aufsicht sehen. Als Lisa panisch auf ein Geschenk von ihm reagiert, packt er sie kurzerhand in sein Auto und fährt mit ihr davon …

Die glückliche Zweisamkeit von Eddie und Maria gerät in „Libellen“ (Øyenstikker, 2001) von Marius Holst aus den Fugen, als Eddies aus dem Gefängnis entlassener Freund auftaucht. Mit kleinsten Mitteln gelingt es dem Regisseur, der bereits 1994 mit „Zehn Messer im Herzen“ für Aufsehen sorgte, von der anfänglichen Ruhe zu einer schier unerträglichen Atmosphäre der Bedrohung zu wechseln. Das dichte Kammerspiel erhielt den NDR-Filmpreis der Nordischen Filmtage Lübeck.

Alle Filme laufen als Originalfassungen mit deutschen Untertiteln.

Tourneedaten unter: www.kommunale-kinos.de.

(nach einer Pressemitteilung des Bundesverbands kommunale Filmarbeit)

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