12. Nordisk Panorama in Århus

Ein weiteres Dokumentarfilmereignis mit ähnlichen geographischen Bezügen war im September das “12. Nordisk Panorama – 5 Cities Film Festival”, diesmal im dänischen Århus (www.nordiskpanorama.dk).

Das große, jährliche Treffen der Skandinavischen Dokumentar- und Kurzfilmer wird jeweils von zwei Tagen Projektpitching beim “Nordisk Forum” eingeleitet. Dann folgt das Festival mit einem überwältigenden Angebot von dokumentarischen Themen und Umsetzungen. Gleiches gilt auch für den Bereich der Kurzfilme.

Auffällig und daher erwähnenswert ist für den Bereich des Dokumentarfilms rund um die Ostsee die besondere Qualität der finnischen Produktionen. Zum einen gibt es eine Vielzahl talentierter FilmemacherInnen, zum anderen sind aber auch Förderung und entsprechende Programm- und Ankaufpolitik des finnischen Fernsehens maßgeblich am Erfolg der finnischen Produktionen ursächlich und nutznießerisch beteiligt. Sicher ein Beispiel, das auch hierzulande Nachahmer finden sollte.

Im folgenden das Statement der Jury über den 1. Preis des diesjährigen Festivals (Nordic Documentary Award) für “The Idle Ones” von den bekannten finnischen Regisseurinnen Susanne Helpke und Virpi Suutari:

“Yes, these boys are bored. Yes, their families are boring. Yes, their daily life is perfectly normal and boring. Yes, these boys have everything they need, food, home, car, cell phone and booze for the week-ends. These young men have everything but they are unemployed. They have no jobs, no real passions, no fascinating hobbies. How boring! But the film that is telling their stories is not boring at all. Because of the brilliant camerawork, the complex structure and the achieved dramaturgy, the work the documentary jury gives the main award of this year’s Nordisk Panorama is a real feature film. A piece of cinema. A spectacular film made by two very gifted Finnish filmmakers. We know them, you know them, Susanna Helke and Virpi Suutari. Thank you for The Idle Ones.”

Nordisk Forum und Nordisk Panorama werden von “Filmkontakt Nord” in Kopenhagen vorbereitet und mit den regionalen Partnern organisiert. Gleichzeitig ist Filmkontakt Nord das Archiv, das Gedächtnis der nordischen Dokumentar- und Kurzfilmproduktion und vertritt diese Sparten auch intensiv international auf Festivals und Messen.


Untrennbar verbunden ist der Erfolg dieser Arbeit in den letzten 10 Jahren mit der Direktorin von Filmkontakt Nord Kerstin Hagrup (Foto). Sie hat durch ihr Fachwissen, ihren persönlichen Einsatz, ihre besondere Kommunikationsfähigkeit und ihr Sprachtalent dem Nord-Süd-Dialog eine neue Bedeutung gegeben. Kerstin Hagrup hat nun nach 11 Jahren die Arbeit in jüngere Hände übergeben. Von dieser Stelle ein persönlicher Dank für die gute und intensive Zusammenarbeit mit den besten Wünschen für die neuen Aufgaben. (bgn)