In der September-Ausgabe 2017 des Newsletters auf www.infomedia-sh.org (heute infomedia.sh) starteten wir mit einer historischen Serie. Anfangs wurde monatlich in chronlogischer Folge, später eher sporadisch, eine Nummer des Filmbriefs der Kulturellen Filmförderung Schleswig-Holstein e.V. (heute Filmkultur SH) veröffentlicht. Im PDF-Format zusammen mit einigen förderungs- und regional-filmgeschichtlichen bzw. editorischen Anmerkungen und Kommentaren.

Hier der Filmbrief Nr. 48 vom April 1999 zusammen mit der damaligen Beilage zur 4. „Augenweide“. (Anschauen der PDFs durch Klick auf die Abbildungen.)

Filmbrief Nr. 48 (PDF)

 

Programm-Flyer 4. Augenweide (PDF)

 

Dazu einige Anmerkungen

Schaut man sich den Programmfolder zur 4. „Augenweide“ an, so mag man durchaus überrascht sein, was für ein reichhaltiges Programm von Dokumentar- und Kurzfilmen, alle von der Kulturellen Filmförderung Schleswig-Holstein e.V. gefördert, sich hier auf den zweitägigen Festival Ende April 1999 im Kieler Kommunalen Kino in der Pumpe tummelte. Und so stellt die damalige Vereinsvorsitzende Linde Fröhlich nicht ohne leisen Stolz zwischen den Zeilen eine Bilanz ins Schaufenster, die von den relativ erfolgreichen Bemühungen zeugt, im filmförderungspolitischen Niriwana Schleswig-Holstein, etwas für die sich entwickelnde Community der Filmschaffenden zu tun.

Unter dem Titel „10 Jahre Kulturelle Filmförderung Schleswig Holstein“ fasst sie zusammen, was man an persönlichen Erfolgen für die Filmermacher*innen (Festivalauftritte, TV-Ausstrahlungen, Preise) erreicht hatte, trotz der auf 10 Jahre verteilt eher kleinen Fördersummen. Eine Gesamtsumme von 3.450.000DM für insgesamt 175 Projekte. Das macht durchschnittlich knappe 8.300 DM pro bewilligter Förderung. Ein durchschnittlicher „Tatort“ kostete um das Jahr 2000 umgerechnet zwischen 1,1 und 1,3 Millionen Euro pro Folge, eine durchschnittliche Fernsehdokumentation, 45 Minuten lang kostete zwischen 75 und 200 Tsd. Euro.

Der Vergleich ist auf den ersten Blick mehr als hanebüchen. Aber Ziel der Kulturellen Filmförderung war es ja, Strukturen für eine professionelle, stetige Filmproduktion in Schleswig-Holstein zu schaffen, mit einer jährlichen Fördersumme von anfänglich 1 Million DM. Die höchste Fördersumme, die jemals von der Kulturellen Filmförderung bewilligt wurde, belief sich auf 200.000 DM, was eine absolute Ausnahme war und nur dadurch möglich wurde, dass für die erste Vergabesitzung nur sehr wenige Anträge eingereicht wurden.

Und so mag es Linde Fröhlich schon als Erfolg verbuchen, dass es die Kulturelle Filmförderung SH nach 10 Jahren noch gab und dass sie als kompetenter Ansprechpartner für Filmförderung und Filmkultur bei der Landespolitik Gehör fand. Das änderte aber leider nichts an der Tatsache, dass, wie sie auch feststellt, Schleswig-Holstein sich trotz kultureller Filmförderung „nicht zu einem eigenständigen Medienstandort entwickelt“ hatte. (Helmut Schulzeck)

Hingewiesen sei hier noch auf den Filmbrief-Artikel über den wieder aktuellen Dokumentarfilm „Ein anderes Land – 7 Geschichten nach der Wende“ von Quinka Stoehr und Fredo Wulf, der am 18. November 2026 seine Wiederaufführung in der Filmreihe FilmFörde erlebt.

Zur Geschichte der Kulturellen Filmförderung SH/Filmkultur SH, des Filmbriefs und infomedia.sh siehe auch die Artikel zu 25 Jahren infomedia.sh.

 

Titelfoto: Ausschnitt der Titelseite von Filmbrief Nr. 48
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