Gemeinsam mit dem Kollektivkino B-Movie auf St. Pauli präsentiert das Hamburger Metropolis Kino im September 2026 eine Auswahl aus dem umfangreichen Werk der Kamerafrau und Filmautorin Gisela Tuchtenhagen.
Gisela Tuchtenhagen prägte als eine der ersten Kamerafrauen und Dokumentarfilmerinnen der Bundesrepublik den dokumentarischen Film grundlegend. Mit ihrer präzisen, beobachtenden Bildsprache sowie ihrer respektvollen Haltung gegenüber ihren Protagonist:innen schuf sie Werke, deren politische, gesellschaftliche und ästhetische Relevanz bis heute trägt. Charakteristisch für ihre Arbeit ist das genaue Hinhören. Diese zugewandte Haltung schafft Raum für die Erfahrungen der Personen vor ihrer Kamera und macht soziale Ungleichheiten sowie Arbeits- und Lebenswelten im Spannungsfeld von Migration, Geschlecht und Klasse sicht- und spürbar.
Nach einer Fotografieausbildung studierte Tuchtenhagen von 1968 bis 1971 – in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche und politischer Proteste – an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb).
Anschließend arbeitete sie bis 1979 als Kamerafrau, Co-Autorin und Filmeditorin mit Klaus Wildenhahn zusammen. Es folgten zahlreiche Dokumentarfilme, die sie in eigener Regie und im Auftrag des NDR realisierte. Als Lehrende für Dokumentarfilm an der dffb, der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) und der Fachhochschule Dortmund prägte sie zudem Generationen von Filmemacher*innen.
Die Werkschau wird gefördert von der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein.
(nach einer Mitteilung von Metropolis Kino und Kollektivkino B-Movie, Hamburg)
Links