In loser Folge veröffentlicht infomedia.sh Drehberichte von Studierenden der HAW Kiel. Die Filme sind von Nachwuchsfilmemacher*innen im Rahmen des Moduls „Audio- und Videoproduktion 2“ entstanden (Dozenten: Tobias Hochscherf, Gunnar Eisenberg, Christian Mertens und Eike Endrikat). Es handelt sich meist um die ersten fiktionalen Filme, die die Studierenden jemals gedreht haben. Ein echtes Erstlingswerk also. 1. Beitrag:

 

Drehbericht „Doppelkopf Royal“

Von Chiara Meyer-Nordhorn, Frederike Kaune, Anouk Kollmetz, Dennis Hübner, Carla Langer

Die Dreharbeiten zu unserem Kurzfilm „Doppelkopf Royal“ fanden vom 19. bis 22.1.2026 in der „Palenke“ in Kiel statt. „Die Palenke“ ist eine bei alt und jung bekannte, Kneipe und hat in Kiel echten Kultstatus, und damit hat sie sich als den perfekten und authentischen Drehort für unsere Geschichte herausgestellt. Da wir unsere Drehzeiten nach den Öffnungszeiten der Kneipe richten mussten, waren wir an den Tagen jeweils von 10 bis 17 Uhr vor Ort und auch an diesen Zeitraum gebunden. An zwei Tagen waren Außendrehs geplant, so dass wir an diesen Tagen bis 19 Uhr, inklusive Abbau, gedreht haben.

Anouk Kollmetz und Chiara Meyer-Nordhorn haben Regie geführt. Hauptverantwortlich für Kamera und Licht waren Frederike Kaune und Dennis Hübner und Carla Langer kümmerte sich um den Ton. In Absprache mit der Gruppe gaben Frederike und Dennis den Drehplan für die einzelnen Tage vor. Harry Tobinski-Ahrens (Gerhard), Arnd Geerts (Karl), Mats Bielstein (Lukas) und Tjark Doose (Leon) haben wir für die Besetzung unserer beiden Haupt- und Nebenrollen ausgewählt. Als Setrunnerin war Sally Marie Schottenheim an allen Tagen vor Ort und hat uns immer da unterstützt, wo gerade Hilfe gebraucht wurde. Am zweiten Drehtag war Sally verhindert, ihre Unterstützung hat an diesem Tag durchaus gefehlt, aber durch unseren guten Teamzusammenhalt konnten wir auch diese Situation gut handlen. An einem Drehtag haben wir Statisten eingeladen, um authentisches Kneipenpublikum im Hintergrund einiger Einstellungen zu platzieren. Bei unseren Kneipengästen war uns wichtig, dass es vom Alter und Geschlecht her gut durchmischt ist. An diesem Tag drehten wir auch den Cameo-Auftritt von Burkhard Sawallisch. Ihm gehört die „Palenke“ und er spielt in unserem Kurzfilm sich selbst.

Die Szenen spielen alle abends, weshalb wir die Fenster der Kneipe mit Molton abgehängt haben, um Abendstimmung zu erzeugen. Die Außendrehs fanden nach 17 Uhr statt, so dass es bereits dunkel genug war, um die Abendstimmung authentisch mit der Kamera einzufangen. Wichtig bei der Beachtung der Lichtverhältnisse während der Außendrehs war es, akkubetriebene Lichter für die Beleuchtung zu verwenden, da wir draußen keinen Strom hatten. Außerdem haben wir darauf geachtet die Außendrehs schnell und gut geplant über die Bühne zu bringen, da es sehr kalt war.

Nach jedem Drehtag haben Frederike und Dennis das Material gesichert und akribisch gesichtet, um sicher zu gehen, dass wir alle geplanten Szenen auch im Kasten haben. Anhand von den „geschafften Szenen“ wurde abends der Drehplan für den nächsten Tag erstellt. Außerdem wurden alle Akkus aufgeladen, um für den Folgetag wieder einsatzbereit zu sein.

Rückblickend können wir sagen, dass unsere Zeitplanung realistisch und gut umsetzbar war. Wir haben alles geschafft, was wir schaffen wollten. Wir hatten außerdem genügend Raum, um uns in Details zu verlieren und konnten der Bildgestaltung so viel Zeit und Hingabe schenken, wie wir wollten.

Die Herausforderung für das Regie-Team bestand vor allem darin, die Schauspielenden vor Ort auf die Szenen vorzubereiten. Da wir erst kurzfristig alle Rollen besetzt hatten, war es nicht möglich vorab zu proben. So wurden Umbaupausen effizient genutzt, um die einzelnen Szenen durchzugehen und zu proben. Damit die Schauspieler sich im Vorfeld schon in ihre Rollen und Beziehung zwischen den Rollen einstimmen konnten, hat Chiara Charaktertexte und Regieanweisungen ausgearbeitet. Eine weitere Herausforderung war es stets, einen Überblick über die schauspielerische Leistung und die drehbuchnahe Umsetzung der Kameraführung zu halten.

Anouk, Frederike und Dennis besprechen den Aufbau für die nächste Szene (Foto: Film-Team)

Ebenso herausfordernd war es für das Kamera-, Licht-, und Ton-Team, die einzelnen Sets so aufzubauen, dass alle drei Parameter bestmögliche Ergebnisse erzielen konnten. Zunächst wurde dafür die Kamera aufgebaut, um den gewünschten Bildausschnitt einzufangen. Danach haben wir das Licht platziert, so dass es die Schauspielenden und die Umgebung gut ausgeleuchtet hat, aber nicht im Bild zu sehen war. Da der Ton am flexibelsten ist, hat sich Carla mit der Tonangel einen optimalen Platz ausgesucht. Das Zusammenspiel aus allen Bereichen hat gut funktioniert und wir haben uns gegenseitig in der Umsetzung unterstützt. Bei den Umbauarbeiten zwischen zwei Szenen, haben alle Leute am Set mit angepackt, so dass diese schnell vonstatten gingen. Was öfters zu Verzögerungen oder Hürden im Szenenaufbau geführt hat, war der Aufbau der Kneipe. Die ist grundsätzlich sehr eng und verwinkelt, was für die Atmosphäre und die Bildgestaltung super war, aber nicht ganz die einfachsten Bedingungen hergibt, um einen Haufen Technik aufzubauen.

Die technische Ausstattung am Set war rückblickend ebenfalls gut geplant. Wir haben Kamera, Licht und Ton jeweils in doppelter Ausführung ausgeliehen. Bei Kamera und Licht hat sich das auf jeden Fall bewährt, da wir Szenen hatten, in denen wir mehr Licht gebraucht haben, als ein Lichtset hergibt. Und auch für verschiedene Kameraeinstellungen war es effizienter, direkt mit zwei Kameras aufzunehmen. Was den Ton angeht, hätte eine Tonangel mit Recorder definitiv gereicht.

Ein großer Vorteil an der Wahl der Location war, dass sie schon fertig ausgestattet war. Außer Fanartikeln von Holstein Kiel, die uns der Verein gesponsert hat, haben wir nichts zusätzlich an Deko in der Kneipe platziert. Das Bier, das im Film zu sehen ist, wurde uns von Flensburger und Sprotten gesponsert. Um die Maske hat sich ebenfalls Chiara gekümmert und die Kostüme haben die Schauspielenden in Absprache mit uns selbst mitgebracht. Für den Transport von Ausstattung und Technik hatten wir zwei Autos zur Verfügung.

Die Rollen Leon und Lukas nach der Maske für die Prügelei im Film (Foto: Film-Team)

Ein kritischer Punkt, um den wir uns heute anders kümmern würden, war die Kälte am Set. In der Kneipe war es oft eher kühl und unsere Darstellenden haben in Wartepausen oft gefroren. Das hat der Stimmung im Allgemeinen aber keinen Abbruch getan. Der Zusammenhalt war auch in stressigen Situationen da und kleine Unstimmigkeiten konnten immer direkt aus der Welt geschafft werden. Snacks und belegte Brötchen waren am Set vorhanden, so dass alle immer genügend Energie hatten. Die Stimmung unter den Schauspielern war ebenfalls harmonisch und fast freundschaftlich. Und auch wir sind als Gruppe noch etwas enger zusammengewachsen.

(nach einem Drehbericht des Film-Teams, redaktionell leicht bearbeitet)

 

Titelbild: Das Set in der „Palenke“ während einer Aufnahme (Foto: Film-Team)
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