NORDLICHT verfilmte die Flensburger Rumgeschichte

Am 1. Weihnachtstag (25.12.) um 16.15 Uhr strahlt das NDR-Fernsehen eine neue regionalgeschichtliche Spieldokumentation der Produktion NORDLICHT aus: “Die Rumstory”. Autor und Regisseur Wilfried Hauke knüpft an seine erfolgreichen Filme “Rungholt” und “Petri, Patri, Paradies” an: Alltag wird zum Abenteuer, Flensburger Familiengeschichte zum Modell großer Weltgeschichte. In Spielszenen – berauschend die Reise eines echten Schoners aus der Karibik nach Flensburg – lebt das Aroma der ru(h)mreichen Vergangenheit noch einmal auf und lässt den Zuschauer Blüte und Niedergang des Flensburger Rumhandels in unseren Tagen verfolgen.

Kapitän Brodersen (Norbert Aust) und Kaufmann Hansen (Sivert Christiansen) probieren eine neue Rum-Lieferung.

Vor 250 Jahren brachten Seeleute das hochprozentige Gebräu aus der Karibik mit nach Europa. Durch den regen Handel mit den dänischen Antillen-Inseln St. Croix und St. Thomas wurde Deutschlands nördlichste Stadt Flensburg bald zur Rum-Metropole. Mit dem milden Flensburger Quellwasser ließ sich der Roh-Rum, eigentlich ein Abfallprodukt der Zuckergewinnung, vorzüglich auf Trinkstärke bringen.

Flensburg in Sicht: Schiffsjunge Jan (Frederick Hauke) und Bootsmann Jensen (Ingo Haltenhof) am Ende einer langen Rückreise aus der Karibik.

Die “Rumstory” erzählt in kräftigen Farben und mit deftigem Aroma von der Blüte Flensburgs als Rumstadt, von abenteuerlichen Fahrten nach Westindien, vom Leid der Sklaven auf den Zuckerrohr-Plantagen und vom Reichtum der Rumhändler. Mehr als 30 Rumhäuser wurden im 19. Jahrhundert zwischen Südermarkt und Nordertor betrieben und bestimmten Wohl und Wehe der Stadt. Der neue Geschmack unserer Tage – Sekt und Selters statt Grog und Feuerzangen-Bowle – hat zum allmählichen Sterben der Rumindustrie geführt. Nach dem Weggang des letzten großen Rumhauses aus Flensburg gehört dieses Wirtschafts- und Kulturkapitel des Nordens nun der Vergangenheit an.

Rum aus St. Croix: Die Ladung wird in Flensburg gelöscht.

“Die Rumstory”
Buch und Regie: Wilfried Hauke; Kamera: Torben Müller; Ausstattung: Bettina Sasz; Ton: Bea Müller; Licht: Jürgen Fox; Schnitt: Karl-Heinz Rössler; Produktionsleitung: Klaus Rothbart; Sprecher: Peter Heinrich Brix
Darsteller: Kapitän Brodersen: Norbert Aust; Schiffsjunge Jan: Frederick Hauke; Bootsmann: Ingo Haltenhof; Rum-Kaufmann: Sievert Christiansen; Hafenwirtin: Ritta Christensen u. a.

Gefördert mit Mitteln der MSH.

(nach einem Pressetext von NORDLICHT-Film)